Caroline

Auf und davon…

ThyssenKrupp Rasselstein ermöglichte letztes Jahr zwei Azubis von uns ein Auslandspraktikum in Indien bei “ThyssenKrupp Electrical Steel India“. Voraussetzung hierfür sind natürlich gute Englischkenntnisse und eine kurze, aber aussagekräftige interne Bewerbung. Grundsätzlich kann sich zunächst aber jeder Azubi bewerben! Auch in diesem Jahr werden wieder zwei Azubis von uns die Möglichkeit haben, an einem Auslandspraktikum in Indien teilzunehmen.

Collage IndienLetztes Jahr hatten Claudia und Sebastian das Glück, diese tolle Erfahrung machen zu dürfen. Dabei wurden Sebastian (Azubi Mechatroniker) und Claudia (Azubine Bürokauffrau) in verschiedenen Abteilungen eingeteilt.

Ich habe den beiden zu dem Praktikum einige Fragen gestellt und dabei kamen sehr interessante Antworten raus. Schaut einfach selbst:

 

Warum hast du dich für das Praktikum beworben?

Claudia: Das Angebot ein Auslandspraktikum absolvieren zu dürfen, habe ich genutzt um Auslandserfahrung zu sammeln, meine Englischkenntnisse zu verbessern und andere Kulturen und Arbeitsmentalitäten kennenzulernen. Außerdem wollte ich mir ein Bild von dem Land machen, von dem man zuvor schon viel gehört hat.

Sebastian:  Ich habe gehofft, eine andere Kultur kennenzulernen und mir ansehen zu können, wie der Arbeitsalltag und der technische Stand einer Firma in einem Land wie Indien aussehen. Vor allem war es interessant, sich auf eine fremde Umgebung mit allen Hindernissen selbst einzustellen, ohne Hilfe, wie man es zum Beispiel, in der Ausbildung noch verstärkt, kennt.

Was waren deine ersten bleibenden Eindrücke?

Claudia: Die ersten bleibenden Eindrücke waren die stets nette und hilfsbereite Art, die großen Menschenmassen auf den Straßen (egal zu welcher Tageszeit) und die neugierigen Blicke uns Europäern gegenüber.

Sebastian: Die ersten und am stärksten bleibenden Eindrücke waren auf jeden Fall das Leben in Indien und die fremde Kultur. Schon als wir den ersten Schritt aus dem Flughafen gemacht haben, wurden wir von neuen Eindrücken und Erfahrungen erschlagen.

Welche großen Unterschiede zu Deutschland gab es?

Claudia: Die große Armut und das Kastensystem, welches auch (gerüchteweise) in der Stellenbesetzung berücksichtigt wurde, waren ein großer Unterschied zu Deutschland.

Sebastian: Die Unterschiede zu Deutschland waren, vor allem im “normalen Leben”, enorm. Egal, ob es wohnen, Essen, Kleidung, Familienleben oder sonstiges war, etwas Neues und Anderes gab es überall zu entdecken. Erschreckend waren die Lebensumstände vieler Inder und die sozialen Unterschiede. Der Arbeitsalltag in dem Unternehmen hingegen hat sich gar nicht so sehr von dem in Deutschland unterschieden. Zwar haben wir erst ab 09:30 Uhr gearbeitet, aber ansonsten war der Unterschied zu Rasselstein nicht groß.

Worin bestand dein Praktikum und wo wurdest du eingesetzt?

Claudia: Meine Schwerpunkte, Human Ressource und Sales & Marketing, durfte ich während meines Auslandsaufenthaltes bei ThyssenKrupp Electrical Steel India selbstständig bestimmen. Auch wenn ich keine festen Aufgaben zu bearbeiten hatte, durfte ich jederzeit Fragen zu den Arbeitsabläufen stellen. Bei der Werksbesichtigung habe ich festgestellt, dass die Unterschiede zu den Werkshallen bei Rasselstein nicht sehr groß sind: Die Hallen waren modern ausgestattet, sauber und auf Sicherheit wurde auch geachtet (allerdings nicht wie beispielsweise bei uns).

Sebastian: Das Praktikum bestand für mich im gewerblichen Bereich. Vor allem darin, Produktionsabläufe und einzelne Anlagen genau anzusehen. Aber man konnte mich auch gut als Übersetzter für Bedienungsanleitungen von deutschen Maschinen gebrauchen, da die meisten Inder, neben Hindu oder regionalen Sprachen, nur Englisch sprechen.

Kamst du gut mit der Kultur und der Sprache zurecht?

Claudia: Der Akzent der Inder war in den ersten Tagen ungewohnt und schwer zu verstehen, allerdings hat man sich auch schnell daran gewöhnt.

Sebastian: Das war eigentlich kein Problem, vielmehr hat es Spaß gemacht, die neue Kultur zu entdecken und alles anzusehen und auszuprobieren und sich mit Leuten zu verständigen, ohne dass man die selbe Sprache gesprochen hat. Außerdem sprechen viele Inder (zumindest die mit dem höheren Bildungsniveau) Englisch, auch wenn man dieses nicht wirklich mit dem britischen oder amerikanischen Englisch vergleichen kann. Vor allem die Aussprache brachte öfters mal gegenseitige Verständnisprobleme. Notfalls klappte die Verständigung allerdings auch immer mit Händen und Füßen!

Was hast du von dem Praktikum mitgenommen?

Claudia: Ich wollte so viel mitnehmen wie möglich im Bezug auf Arbeit, Kultur, Land, Essen usw.

Seid immer offen für alles :-)

Sebastian: Ich habe auf jeden Fall mitgenommen, dass man manchmal mit weniger zufrieden sein sollte und dass man dankbar für vieles sein kann, was für uns normal ist. Außerdem kann ich mir gut vorstellen, auch später mal zeitweise im Ausland zu arbeiten, um dort neue Erfahrungen zu machen. Ich habe viel über eine fremde Kultur gelernt und natürlich sich auf eine neue Situation einzustellen, was mir sicherlich später zu Gute kommen wird.

Ich kann nur jedem, der die Chance eine solche Erfahrung machen zu können hat raten, diese auch zu nutzen. Es lohnt sich in jedem Fall!

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