Tom

La grande finale

ZwischenprüfungNein liebe Leser, auf dem Bild wurden keine Atombombentests durchgeführt. So sieht eine mechatronische Zwischenprüfung aus, die komplett auseinander genommen wurde. Die komplette Mechanik wird auseinandergerissen und nachgemessen, ob ja alle Toleranzen eingehalten wurden, an den Leitern wurde rumgezerrt und rumgezogen und wehe, es löst sich auch nur eine Klemmverbindung.

Ja, letzten Dienstag war es soweit. Wir Dualen des Jahrgangs 2011 absolvierten unsere Zwischenprüfung und „trotz Abitur“, kam ich mächtig ins Schwitzen. Denn wer ist dein größter Feind? Richtig, die Zeit. Denn in nur 7h wird die Theorieprüfung (Richtzeit 1h), Herstellung des Systems (5h) und Inbetriebnahme (1h) durchgeführt. Großartige Fehler, gerade im praktischen Zusammenbau, kannst du dir einfach nicht leisten, denn sonst Klappe zu, Affe tot.

Wie sah unsere Prüfung denn aus? Ohne zu viel zu verraten, handelte es sich um eine Abschervorrichtung. Diese sollte einzelne Kupferleiter abscheren. Das Messer befand sich in einer Führung, welche auf einer Grundplatte montiert wurde. Angetrieben wurde das Ganze durch einen pneumatischen Zylinder und gesteuert durch eine Kleinsteuerung. Nun lag der Clou erst einmal darin, sich einen groben Zeitplan zu machen. Das ist das A und O. So hab ich mich dazu entschieden, alle nötigen Bohrungen und Senkungen durchzuführen. So hatte ich den Großteil der Mechanik schon mal erledigt, das war mir wichtig. Danach machte ich mich an die Elektrik, verdrahtete alle Taster, Schalter  und Lampen mit den Klemmen. Außerdem setzte ich alle Bauteile (außer der eigentlichen Abschervorrichtung) auf das Blech und konnte so die Sensoren und Ventile ebenfalls mit der Klemmleiste verbinden. Zack, die Elektrik war auch gegessen.

Jetzt ging es nur noch darum, die nötigen Teile zusammenzuschrauben und zu verstiften (zur einfachen Positionierung). Wichtig hierbei war, das Messer gleitend in die Führung einzusetzen, es durfte sich nicht bei der Gleitbewegung verhaken. So konnte ich die Führungsleisten provisorisch mit der Grundplatte verschrauben und diese miteinander verstiften. Das heißt: Bohren und Reiben in einer Spannung, und Stifte einsetzen.

Schließlich konnte die ganze Vorrichtung zusammengebaut, aufs Blech geschraubt und der Zylinder eingesetzt werden. Die Sensoren, kapazitive (erkannten ob die Schutzhülle geschlossen war) und Reedkontakte (erkannten ob sich der Zylinder in der hinteren oder vorderen Position, oder auch Endlage, befand), wurden schließlich angebracht und eingestellt.

Zum Schluss wurde die ganze Anlage in Betrieb genommen, es wurden dabei elektrische Messungen durchgeführt und mechanische Einstellungen durchgeführt, getreu nach einer Checkliste, und die Funktion wurde geprüft.

Und, natürlich, die Freude war enorm als der Zylinder bei Tasterdruck die gewünschte Bewegung ausführte und auch den zuvor auf der Kleinsteuerung programmierten Automatikmodus ausführte!

Zwischenprüfung: CHECK!

Nun bin ich froh, es endlich geschafft zu haben. Jetzt geht es an die Uni.

Bis demnächst,

Euer Tom.

PS: Bei eventuellen Fragen zu Fachbegriffen stehe ich euch gerne zur Verfügung.