Janina

Einblicke in die Welt der Chemie

Seit Beginn der Ausbildung und den ersten Eindrücken, die man gesammelt hat, sind mittlerweile zwei Jahre vergangen. Ich bin im dritten Lehrjahr der Ausbildung als Chemielaborantin angekommen. Insgesamt bin ich jeweils vier Monate lang in sechs verschiedenen Abteilungen in der OTC (Oberflächentechnik und Chemie) gewesen, habe die Zwischenprüfung hinter mir und kann von dem Arbeitsalltag als auszubildende Chemielaborantin berichten.

Wie auch auf dem gesamten thyssenkrupp Rasselstein-Gelände, dreht sich in der Ausbildung als Chemielaborant/-in alles um das Weißblech. In jeder Abteilung werden unterschiedliche Vorgänge und Methoden angewendet, um die Oberfläche von Weißblech zu untersuchen und zu kontrollieren.

Wie ich in meiner Ausbildung herausgefunden habe, kann man an einer Weißblechprobe viele Untersuchungen durchführen, sodass der Arbeitsalltag als Azubi durchaus gefüllt ist. Man stellt fest,  dass zum Beispiel hinter einer normalen Getränkedose doch mehr System steckt als vermutet und dass das Weißblech einen weiten Weg bis zur fertigen Getränkedose zurückgelegt hat.

Chemielaboranten bei thyssenkrupp in Andernach

Auf dem Weg zum Kunden kommt das Weißblech an einem Chemielaboranten nicht vorbei. Es werden zum Beispiel die Lackierung des Bleches oder die Zusammensetzung der Oberflächenbeschichtung kontrolliert. Auch wird das gereinigte Abwasser der eigenen Kläranlage täglich kontrolliert. Dazu ist eine Reihe an Hilfsmitteln nötig, wie zum Beispiel Heizöfen, Pipetten, diverse Chemikalien oder Photometer.

Den Umgang mit den unterschiedlichen Stoffen und Geräten lernt man als Azubi schnell und eignet sich das chemische Arbeiten am Abzug an. Wichtig ist auch, auf die vorgesehene Schutzkleidung beim Arbeiten zu achten und diese anzuziehen. Das heißt ohne Laborkittel, Schutzbrille, Sicherheitsschuhe und Handschuhe kommt man im Labor nicht weit.

Außerhalb der Arbeit füllt die Berufsschule eine Azubiwoche (natürlich nicht in der Schulferienzeit) aus. Wir Chemielaboranten besuchen die David-Röntgen-Schule in Neuwied. Anders als in anderen Ausbildungsberufen haben wir keinen Blockunterricht in der Berufsschule. Die Chemielaboranten-Azubis der umliegenden ausbildenden Betriebe finden sich einmal die Woche und jede zweite Woche zweimal zum Berufsschulunterricht zusammen. Der Turnus ändert sich jedes Lehrjahr. Im zweiten Lehrjahr hatte ich in den geraden Kalenderwochen einmal Berufsschulunterricht und in den ungeraden Kalenderwochen zweimal. Im ersten Lehrjahr werden in der Berufsschule die Grundlagen der Chemie unterrichtet, wie zum Beispiel der Aufbau des Periodensystems.

Im zweiten Lehrjahr wird darauf aufgebaut und man beginnt sich in organische Reaktionsmechanismen hineinzudenken und diese zu verstehen. Im zweiten Lehrjahr füllt auch die Vorbereitung auf die Zwischenprüfung den Alltag eines Auszubildenden. Die Zwischenprüfung der IHK besteht aus einem theoretischen Teil und einem praktischen Teil. Bei der praktischen Prüfung gilt es, eine präparative als auch eine physikalische Aufgabe zu meistern. Hat man das zweite Lehrjahr und die Zwischenprüfung hinter sich, ist etwas mehr als die Hälfte der Ausbildungszeit schon rum und man fragt sich, wie schnell die Zeit vorbeigehen konnte. Jedoch geht es in der Chemielaborantenausbildung noch anderthalb Jahre weiter bis zur Abschlussprüfung. Bis dahin stehen das dritte Lehrjahr, mit vielen praktischen Arbeiten in der Berufsschule, das vierte Lehrjahr und die Abschlussprüfung an.

Bis hierhin hat die Ausbildung auf jeden Fall Spaß gemacht und man hat als Azubi viel dazugelernt. Ich bin gespannt, wie schnell die restliche Ausbildungszeit rumgehen wird. Totschlagen muss man diese auf jeden Fall nicht!

Eure Janina

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